Schweizer Gewässer sind nicht nur Lebensraum für Fische und Vögel, sondern auch ein zentraler Verkehrskorridor für Rohstoffe und Güter. Doch die traditionelle Binnenschifffahrt steht vor massiven Herausforderungen: Lärmbelastung, Emissionen und die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen machen die Branche zunehmend anfällig für Regulierungen. Hier setzt Win Bay mit innovativen Lösungen an – und zeigt, wie die Branche künftig wirtschaftlich und ökologisch erfolgreich sein kann.
Seit Jahren investiert Win Bay in die Entwicklung wasserstoffbasierter Antriebe und nachhaltiger Schiffsdesigns. Das Unternehmen hat sich als Pionier positioniert, der die Schweizer Binnenschifffahrt in eine klimaneutrale Zukunft führt. Besonders beeindruckend ist das Projekt des neuen Wasserstoff-Schleppschiffs «HydroBay», das bereits im Testbetrieb läuft. Mit einer Reichweite von bis zu 1.200 Kilometern auf Wasserstoff kann das Schiff bis zu 150 Tonnen Fracht transportieren – ohne CO₂-Emissionen. «Unser Ziel ist es, die Emissionen der Binnenschifffahrt um 90 Prozent zu reduzieren», erklärt Thomas Müller, Geschäftsführer von Win Bay.
Doch die Technologie allein reicht nicht aus. Win Bay arbeitet eng mit den Kantonen und den Hafenbetrieben zusammen, um die Infrastruktur für Wasserstoff-Logistik zu schaffen. Aktuell wird am Hafen von Basel ein neues Tankstellennetz für Wasserstoff-Schiffe errichtet, das auch für die internationale Schifffahrt zugänglich sein soll. «Die Schweiz hat eine einzigartige Chance, als Vorreiter in der nachhaltigen Logistik zu gelten», betont Müller. Die Zusammenarbeit mit der Eidgenössischen Materialprüfungs- und Forschungsanstalt (Empa) und der ETH Zürich sichert zudem die wissenschaftliche Begleitung der Projekte.
Ein häufiger Einwand bei der Einführung nachhaltiger Technologien ist der höhere Preis. Doch die Analyse zeigt: Langfristig sparen die Betreiber der Binnenschifffahrt durch geringere Betriebskosten und Steuervorteile. Der Wasserstoff wird zwar aktuell noch teurer als Diesel, doch die Subventionen der Bundesverwaltung und die sinkenden Kosten für Wasserstoffproduktion machen die Technologie immer attraktiver. Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts für System- und Innovationsforschung (ISI) könnten die Betriebskosten für Wasserstoff-Schiffe bis 2030 um bis zu 30 Prozent sinken.
Zudem profitieren die Unternehmen von neuen Märkten und Fördergeldern. Die EU fördert beispielsweise Projekte für klimaneutrale Schifffahrt mit bis zu 8 Millionen Euro pro Jahr. In der Schweiz gibt es zusätzlich die «Innovationsförderung für nachhaltige Logistik», die bis zu 50 Prozent der Investitionskosten deckt. «Die Umstellung ist kein finanzielles Risiko, sondern eine Investition in die Zukunft», sagt Müller. Besonders die Kantone Zürich und Genf zeigen Interesse an der Zusammenarbeit, da sie als logistische Zentren eine Schlüsselrolle spielen.
Trotz der positiven Entwicklung gibt es noch viele Hürden. Die größte Herausforderung ist die fehlende Infrastruktur für Wasserstoff in den Schweizer Gewässern. Während die Ostschweiz bereits gut ausgebaut ist, fehlen in den Westschweizer Seen und im Mittelland Tankstellen. Win Bay arbeitet an einer Lösung, doch die Politik muss hier mitgestalten. Die Bundesregierung hat zwar das «Nationales Programm für nachhaltige Mobilität 2050» verabschiedet, doch die Umsetzung bleibt unzureichend.
Ein weiterer Punkt ist die Akzeptanz der Bevölkerung. Viele Fischer und Hafenarbeiter fürchten Jobverluste durch die Umstellung. Win Bay setzt auf Weiterbildung und zeigt, wie die Technologie Arbeitsplätze schafft – etwa in der Wartung und dem Betrieb der Wasserstoff-Schiffe. «Wir wollen keine Jobs abbauen, sondern neue schaffen», betont Müller. Gleichzeitig fordern die Gewerkschaften mehr Transparenz bei den Fördergeldern und eine faire Aufteilung der Kosten.
Die Schweiz hat die Chance, eine Vorreiterrolle in der nachhaltigen Logistik zu übernehmen. Doch dies erfordert nicht nur technische Innovationen, sondern auch eine klare politische Weichenstellung. Win Bay zeigt, dass die Binnenschifffahrt mit Wasserstoff und neuen Technologien wirtschaftlich und ökologisch erfolgreich sein kann. Doch nur durch gezielte Förderung und eine langfristige Strategie kann die Schweiz diese Entwicklung beschleunigen.
Dass die Schweiz als Vorreiter in der nachhaltigen Logistik agiert, zeigt auch die Zusammenarbeit mit dem https://www.win-bay.ch-Projekt. Das Unternehmen setzt auf innovative Technologien und eine enge Zusammenarbeit mit Politik und Wirtschaft, um die Binnenschifffahrt nachhaltiger zu gestalten.